Insektenschutz – warum manche Menschen häufiger gestochen werden

Sommerabende im Freien, Urlaub am Wasser, geöffnete Fenster in warmen Nächten und plötzlich sind sie da: Mücken, Bremsen und andere stechende Insekten. Während manche Menschen scheinbar unbehelligt bleiben, werden andere regelrecht „aufgefressen“. Viele Betroffene kennen dieses Gefühl nur zu gut: Kaum sitzt man draußen, landet bereits die erste Mücke.

Doch woran liegt das eigentlich?

 

Warum manche Menschen für Insekten „attraktiver“ sind

Insekten orientieren sich nicht zufällig. Sie reagieren auf verschiedene Stoffwechsel- und Körpermerkmale, unter anderem auf:

  • ausgeatmetes Kohlendioxid (CO₂),
  • Körperwärme,
  • Hautfeuchtigkeit,
  • bestimmte Stoffwechselprodukte,
  • den individuellen Körpergeruch,
  • sowie das Hautmikrobiom.

Der Körpergeruch eines Menschen entsteht dabei nicht nur durch Schweiß selbst, sondern auch durch die Stoffwechselprodukte der Hautbakterien. Deshalb werden manche Menschen deutlich häufiger gestochen als andere. Auch körperliche Aktivität, Alkohol, Stress oder warme Temperaturen können die Attraktivität für Insekten erhöhen.

 

MSM – Unterstützung von innen

In der Naturheilkunde wird häufig berichtet, dass MSM (Methylsulfonylmethan) die Anziehungskraft auf Insekten reduzieren kann.

MSM ist eine organische Schwefelverbindung, die innerlich eingenommen wird. Ein Teil davon wird über die Haut ausgeschieden, für den Menschen praktisch geruchlos, möglicherweise jedoch für Insekten weniger attraktiv.

Die wissenschaftliche Datenlage dazu ist begrenzt, die praktische Erfahrung vieler Anwender jedoch interessant.

MSM ersetzt keinen klassischen Insektenschutz, kann aber unterstützend eingesetzt werden.

Wichtig ist dabei: MSM wirkt nicht sofort. Es wird in der Regel über mehrere Tage bis Wochen eingenommen.

Ätherische Öle – natürlicher Duftschutz

Zusätzlich können bestimmte ätherische Öle genutzt werden, deren Duft viele Insekten meiden.

Besonders bewährt haben sich:

  • Lavendel
  • Citronella
  • Geranium

Sie können als Roll-on oder als leichtes Spray für Kleidung und Bettwäsche verwendet werden.

Wichtig ist eine sehr niedrige Dosierung. Gerade im Sommer gilt: Weniger ist oft mehr.

Rezeptideen

Roll-on (10 ml Jojobaöl)

Grundlage:

  • 10 ml Jojobaöl

Ätherische Öle gesamt:

  • 1–3 Tropfen insgesamt (entspricht ca. 0,2–0,5 %)

Beispiel:

  • 1 Tropfen Lavendel
  • 1 Tropfen Citronella
  • 1 Tropfen Geranium

Anwendung:

Auf Handgelenke Fingergelenke und Knöchel auftragen (Hier stechen die kleinen Biester oft am liebsten).

 

Spray für Kleidung & Bettwäsche (50 ml)

Grundlage:

  • 50 ml Wasser
  • ca. 1/4 TL Salz

Ätherische Öle gesamt:

  • 2–5 Tropfen insgesamt
    (entspricht ca. 0,2–0,5 %)

Beispiel:

  • 2 Tropfen Lavendel
  • 2 Tropfen Citronella
  • 1 Tropfen Geranium

Zubereitung:

Das Salz in das Fläschchen geben. Die ätherischen Öle direkt auf das Salz tropfen. Anschließend mit Wasser auffüllen und den Spraykopf aufsetzen.

Vor Gebrauch gut schütteln.

Anwendung:

Auf Kleidung, Bettwäsche oder Moskitonetze sprühen, nicht direkt in die Augen oder auf empfindliche Schleimhäute.

 

Grenzen naturheilkundlicher Maßnahmen

Naturheilkundlicher Insektenschutz kann im Alltag unterstützend sein. In Regionen mit malaria-, dengue- oder anderen tropenmedizinisch relevanten Erkrankungen ersetzt er jedoch keine medizinisch empfohlene Prophylaxe oder Schutzmaßnahmen.

Dazu gehören je nach Reiseland beispielsweise:

  • geeignete Kleidung,
  • Moskitonetze,
  • Repellents
  • oder eine medikamentöse Malariaprophylaxe.

 

Fazit

Insektenschutz beginnt nicht erst auf der Haut, sondern hängt auch mit Stoffwechsel, Körpergeruch und Umgebung zusammen.

MSM und ätherische Öle können helfen, die Sommerzeit angenehmer zu gestalten, nicht als aggressive „Abwehr“, sondern als sanfte Unterstützung.

Denn Ziel ist nicht der Kampf gegen die Natur, sondern sich in ihr möglichst ungestört bewegen zu können.