Jetlag – Teil 1
Nach langen Flugreisen fühlen sich viele Menschen wie „neben sich“:
- tagsüber müde,
- nachts wach,
- unkonzentriert,
- hungrig zu ungewöhnlichen Zeiten,
- oder körperlich völlig aus dem Rhythmus.
Dieses Phänomen nennen wir Jetlag. Jetlag ist dabei keine Einbildung und auch keine mangelnde Belastbarkeit. Er entsteht, weil unser Körper nach Zeit reist, unsere innere Uhr jedoch nicht sofort hinterherkommt.
Die innere Uhr des Menschen
Der menschliche Organismus arbeitet nicht zufällig, sondern folgt biologischen Rhythmen.
Viele Prozesse verändern sich im Tagesverlauf:
- Schlaf und Wachheit,
- Körpertemperatur,
- Hormonproduktion,
- Verdauung,
- Leistungsfähigkeit,
- Regeneration.
Gesteuert werden diese Rhythmen durch die sogenannte innere Uhr, die vor allem auf Licht reagiert.
Besonders wichtig sind dabei:
- Cortisol als Aktivierungs- und Morgenhormon,
- sowie Melatonin als Schlaf- und Dunkelhormon.
Licht signalisiert dem Gehirn: „Der Tag beginnt.“
Dunkelheit signalisiert: „Es ist Zeit für Ruhe und Regeneration.“
Warum Jetlag entsteht
Bei Fernreisen über mehrere Zeitzonen verändert sich die äußere Tageszeit plötzlich:
- Die Uhr zeigt Morgen,
- der Körper empfindet jedoch noch Nacht.
Oder umgekehrt.
Das Problem:
Die innere Uhr kann sich nicht sofort anpassen. Sie benötigt Zeit.
Besonders betroffen sind:
- Schlaf,
- Konzentration,
- Verdauung,
- Appetit,
- Stimmung,
- und Leistungsfähigkeit.
Auch Darm, Leber und Stoffwechsel besitzen eigene Zeitrhythmen. Deshalb fühlt sich Jetlag oft wie eine „Ganzkörperverschiebung“ an.
Warum gerade Flüge nach Osten oft schwieriger sind
Interessanterweise ist Jetlag nicht in alle Richtungen gleich stark.
Flug nach Westen
(z. B. Europa → Amerika)
Der Tag wird länger.
Man muss länger wach bleiben.
Das gelingt dem Organismus meist relativ gut.
Biologisch ist „später schlafen“ für viele Menschen einfacher als „früher schlafen“.
Flug nach Osten
(z. B. Europa → Asien oder Australien)
Der Tag wird kürzer.
Der Körper soll schlafen, obwohl seine innere Uhr noch nicht bereit dafür ist.
Deshalb sind:
- Einschlafprobleme,
- nächtliches Wachliegen,
- und frühes Erwachen
hier oft deutlich ausgeprägter.
Licht – der wichtigste Zeitgeber
Der stärkste Einflussfaktor auf die innere Uhr ist Licht.
- Morgenlicht fördert Aktivierung und Rhythmusanpassung.
- Abendliches Licht verzögert den Schlafrhythmus.
- Bildschirmlicht kann die Melatoninbildung hemmen.
Deshalb hilft es nach Fernreisen oft:
- sich möglichst schnell an die lokale Tageszeit anzupassen,
- tagsüber Tageslicht zu nutzen,
- und nachts Dunkelheit zu schaffen.
Auch Bewegung und Mahlzeiten beeinflussen die innere Uhr
Nicht nur das Gehirn, auch Stoffwechsel und Verdauung orientieren sich an Zeitrhythmen.
Deshalb unterstützen die Anpassung an die neue Zeitzone:
- Bewegung am Tag,
- lokale Essenszeiten,
- ausreichend Tageslicht,
- und ein möglichst regelmäßiger Schlafrhythmus
Fazit
Jetlag entsteht, weil die äußere Zeit schneller reist als unsere innere Uhr.
Besonders betroffen sind Schlaf, Hormone, Stoffwechsel und Regeneration.
Dabei macht es biologisch einen großen Unterschied, ob der Tag verlängert oder verkürzt wird:
- Flüge nach Westen sind meist leichter,
- Flüge nach Osten fordern die innere Uhr deutlich stärker heraus.
Im nächsten Beitrag geht es darum, wie sich der Organismus naturheilkundlich bei der Anpassung unterstützen lässt.