Reisekrankheit – wenn Auge und Gleichgewichtssinn unterschiedliche Dinge melden
Für viele Menschen beginnt der Urlaub nicht entspannt, sondern mit Übelkeit im Auto, auf dem Schiff oder im Flugzeug. Besonders kurvige Straßen, starker Wellengang oder turbulente Flüge können den Körper aus dem Gleichgewicht bringen.
Reisekrankheit ist dabei kein Zeichen von Schwäche, sondern eine normale Reaktion unseres Nervensystems auf widersprüchliche Sinneseindrücke.
Wie Reisekrankheit entsteht
Unser Gehirn verarbeitet ständig Informationen aus verschiedenen Sinnesorganen:
- den Augen,
- dem Gleichgewichtsorgan im Innenohr,
- Muskeln und Gelenken.
Normalerweise passen diese Informationen gut zusammen. Bei der Reisekrankheit entsteht jedoch ein Konflikt: Das Gleichgewichtsorgan registriert Bewegung, Beschleunigung oder Schwanken, während die Augen oft etwas anderes wahrnehmen.
Typische Beispiele:
- Im Auto liest man ein Buch: Die Augen sehen „Ruhe“, das Innenohr spürt Bewegung.
- Im Schiff spürt der Körper Wellengang, während der Blick auf eine Kabine gerichtet ist.
- Im Flugzeug fehlen oft stabile Orientierungspunkte.
Das Gehirn empfindet diese widersprüchlichen Informationen als Stresssituation. Übelkeit, Schwindel, kalter Schweiß oder Müdigkeit sind die Folge. Besonders empfindlich reagieren oft:
- Kinder,
- Menschen mit Migräne,
- Personen mit empfindlichem vegetativem Nervensystem,
- sowie Menschen unter Stress oder Erschöpfung.
Ingwer – klassische Unterstützung bei Übelkeit
Ingwer gehört zu den traditionell am häufigsten verwendeten Pflanzen bei Übelkeit und Reisekrankheit.
Er wirkt:
- leicht beruhigend auf den Magen,
- unterstützt die Verdauung,
- und kann helfen, das Übelkeitsgefühl zu reduzieren.
Besonders angenehm ist ein milder Ingwertee, der auch unterwegs gut mitgenommen werden kann.
Rezept: Ingwer-Apfel-Tee
Zutaten:
- einige Scheiben frischer Ingwer
- 250 ml kochendes Wasser
- optional: 1 TL Pfefferminze
- 250 ml Apfelsaft
Zubereitung:
Den Ingwer (und optional die Pfefferminze) mit kochendem Wasser übergießen und etwa 10 Minuten ziehen lassen. Anschließend abkühlen lassen und 1:1 mit Apfelsaft vermischen.
Der Tee wirkt mild, angenehm frisch und ist auch für Kinder oft gut geeignet.
Pfefferminze – Frische für Kopf und Magen
Pfefferminze wird traditionell eingesetzt:
- zur Erfrischung,
- bei Übelkeit,
- und zur vegetativen Beruhigung.
Der typische Duft kann helfen, den Fokus zu stabilisieren und das Übelkeitsgefühl subjektiv zu lindern. Besonders praktisch unterwegs ist ein Pfefferminz-Roll-on.
Rezept: Pfefferminz-Roll-on (10 ml)
Zutaten:
- 25 Tropfen ätherisches Pfefferminzöl
- Jojobaöl zum Auffüllen auf 10 ml
Zubereitung:
Die Tropfen in ein Roll-on-Fläschchen geben und mit Jojobaöl auffüllen.
Anwendung: Auf die Schläfen rollen und den Duft bewusst wahrnehmen.
Wichtig:
Nicht in Augen oder Schleimhäute bringen. Bei empfindlicher Haut zunächst vorsichtig testen. Für kleine Kinder ist hochdosiertes Pfefferminzöl nicht geeignet.
Kleine praktische Tipps unterwegs
Zusätzlich helfen oft einfache Maßnahmen:
- Blick in die Ferne richten
- Lesen während der Fahrt vermeiden
- möglichst stabile Sitzplätze wählen
- frische Luft zuführen
- kleine, leichte Mahlzeiten bevorzugen
- ausreichend trinken
Fazit
Reisekrankheit entsteht nicht „im Kopf“, sondern durch widersprüchliche Informationen zwischen Gleichgewichtssinn, Augen und Nervensystem.
Ingwer und Pfefferminze können helfen, den Organismus sanft zu unterstützen und Reisen angenehmer zu machen.
Denn Urlaub beginnt oft nicht erst am Zielort, sondern bereits auf dem Weg dorthin.