Reizhusten – wenn jeder Atemzug unangenehm ist
Husten, Schnupfen, Heiserkeit: die „klassische“ Erkältungszeit beginnt meist im Herbst, wenn das Immunsystem durch nasskaltes Wetter, weniger Sonnenlicht und den vermehrten Aufenthalt in geschlossenen Räumen stärker gefordert ist. Statistisch gesehen erkranken Erwachsene in Deutschland im Schnitt zwei- bis viermal pro Jahr an einer Erkältung, Kinder sogar bis zu achtmal. Dabei ist Husten eines der häufigsten Symptome – und Reizhusten besonders unangenehm.
Was ist Reizhusten?
Reizhusten ist ein trockener, unproduktiver Husten, bei dem kein oder nur wenig Schleim gebildet wird. Er tritt oft zu Beginn einer Erkältung auf, kann aber auch durch trockene Raumluft, Staub oder Reizstoffe in der Atemluft ausgelöst werden. Das Problem: Die Schleimhäute im Hals- und Rachenraum sind gereizt, und jeder Hustenstoß verschärft diese Reizung, ein echter Teufelskreis.
Pflanzenschleime, sanfte Schutzschicht für gereizte Schleimhäute
In der Pflanzenheilkunde werden bei trockenem Reizhusten Schleimdrogen (Mucilagenosa) eingesetzt. Das sind Pflanzen, deren Inhaltsstoffe reich an Pflanzenschleimen sind. Diese bilden beim Kontakt mit Wasser eine weiche, schützende Schicht über den gereizten Schleimhäuten. Das lindert den Hustenreiz, beruhigt und fördert die Regeneration.
Zu den wichtigsten schleimstoffreichen Pflanzen zählen:
- Huflattich (Tussilago farfara)
- Malve (Malva sylvestris)
- Eibischwurzel (Althaea officinalis)
- Spitzwegerich (Plantago lanceolata)
Kaltauszug statt heißem Tee – so bleiben die Wirkstoffe erhalten
Pflanzenschleime sind hitzelabil, d. h. sie werden durch kochendes Wasser zerstört oder verlieren ihre Wirksamkeit. Deshalb bereitet man aus Schleimdrogen keinen klassischen heißen Tee zu, sondern einen Kaltauszug (Mazerat).
Rezept: Reizhustentee (Kaltauszug)
| Menge | Pflanze und Pflanzenteil | Was sagt die Wissenschaft dazu? |
| 15 g | Huflattich Blätter | bei akutem Katarrh der Luftwege mit Husten und Heiserkeit und akuten leichten Entzündungen der Rachenschleimhaut |
| 15 g | Malvenblüten | Bei Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenen Reizhusten |
| 15 g | Eibischwurzel | Zur Reizlinderung bei Schleimhautreizen im Mund- und Rachenraum und damit verbundenem trockenem Reizhusten |
| 15 g | Spitzwegerich Blätter | Katarrhe der Luftwege |
Zubereitung:
- 1 EL der Mischung mit 250 ml kaltem Wasser übergießen.
- Zugedeckt 2–8 Stunden (z.B. auch über Nacht) ziehen lassen.
- Abseihen und bei Bedarf leicht anwärmen (nicht über 40 °C), damit der Tee angenehm zu trinken ist.
- Mehrmals täglich frisch zubereiten und schluckweise trinken.
Hinweis um Teerezept:
- Dieser Tee basiert auf persönlicher Erfahrung außerhalb der Praxis, wissenschaftliche Wirknachweise aus Studien liegen nicht vor. Ob die Wirkung der einzelnen Pflanzen wissenschaftlich untermauert oder volksmedizinisch überliefert ist, finden Sie in der Tabelle.
- Jeder Mensch reagiert individuell. Ob der Tee für Sie geeignet ist, besprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt, Ihrer Ärztin, in der Apotheke oder gerne auch mit mir. Bitte verzichten Sie auf die Anwendung, wenn Sie wissen, dass Sie auf eine oder mehrere Zutaten allergisch reagieren.
Tipp:
Wer den milden, leicht schleimigen Geschmack nicht mag, kann den Kaltauszug mit etwas Honig (nicht bei Kindern unter 1 Jahr) verfeinern.
Mein Rat:
Bei einem unkomplizierten Husten oder Schnupfen finden Sie in dieser und den anderen Tipps der Kategorie Winterzeit – Erkältungszeit hilfreiche Unterstützung. Bessern sich die Beschwerden jedoch nicht innerhalb einer Woche deutlich oder leiden Sie häufiger unter Infekten, braucht Ihr Immunsystem gezielte Hilfe. Vereinbaren Sie dafür gerne einen telefonischen Ersttermin.