Longevity
Warum gestörte Autophagie die Zellalterung beschleunigt


Teil 12

Disabled Macroautophagy – Warum gestörte Autophagie die Zellalterung beschleunigt

Unser Körper besitzt einen faszinierenden Mechanismus zur Selbstreinigung: die Makroautophagie (Macroautophagy). Sie sorgt dafür, dass beschädigte Zellbestandteile, fehlerhafte Proteine und nicht mehr funktionstüchtige Organellen recycelt oder abgebaut werden. Mit zunehmendem Alter wird dieser Prozess jedoch immer ineffizienter – ein Phänomen, das als behinderte Makroautophagie (Disabled Macroautophagy) bekannt ist.

Wenn diese „zelluläre Müllabfuhr“ nicht mehr richtig funktioniert, sammeln sich schädliche Abfallprodukte an, die Zellfunktionen stören und degenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson oder Herz-Kreislauf-Probleme begünstigen.

 

Was ist Makroautophagie?

Autophagie ist der natürliche Prozess, mit dem Zellen ihre beschädigten oder überflüssigen Bestandteile abbauen und verwerten. Besonders wichtig ist die Makroautophagie, die größere Zellstrukturen wie fehlerhafte Mitochondrien oder verklumpte Proteine gezielt entfernt.

 

Der Ablauf in Kurzform:

  1. Erkennen – Die Zelle identifiziert beschädigte oder überflüssige Strukturen.
  2. Einschließen – Die betroffenen Zellbestandteile werden in eine spezielle Membran verpackt (Autophagosom).
  3. Recycling & Abbau – Das Autophagosom fusioniert mit einem Lysosom, das die Bestandteile zersetzt und verwertbare Bausteine freisetzt.

 

Im Alter nimmt die Autophagie-Aktivität ab, was dazu führt, dass:

  • Zellmüll nicht mehr richtig entsorgt wird – Abfallstoffe stören wichtige Zellprozesse.
  • Energieproduktion leidet – Dysfunktionale Mitochondrien sammeln sich an und produzieren weniger Energie.
  • Das Risiko für neurodegenerative Erkrankungen steigt – Fehlgefaltete Proteine können sich im Gehirn ablagern.

 

Warum nimmt die Autophagie mit dem Alter ab?

Mit zunehmendem Alter wird die Makroautophagie aus verschiedenen Gründen weniger effektiv:

  • Mangelnde Aktivierung der Autophagie-Signalwege – Proteine wie AMPK oder mTOR regulieren die Autophagie, werden aber durch Überernährung oder chronische Entzündungen gehemmt.
  • Erhöhte oxidative Schäden – Diese beeinträchtigen die Fähigkeit der Zellen, beschädigte Komponenten zu entsorgen.
  • Veränderte Nährstoffsensorik – Insulinresistenz und chronisch hohe Blutzuckerwerte unterdrücken Autophagie.
  • Lebensstilfaktoren – Bewegungsmangel, Schlafdefizit und chronischer Stress reduzieren die Autophagie-Aktivität weiter.

 

Wie kann man die Makroautophagie wieder aktivieren?

Die gute Nachricht: Es gibt Möglichkeiten, die Autophagie gezielt zu stimulieren und damit den Alterungsprozess zu verlangsamen.

  • Intermittierendes & verlängertes Fasten – Fastenphasen (z. B. 16:8 oder 24-48 Stunden) sind der stärkste natürliche Auslöser für Autophagie.
  • Körperliche Aktivität & Kälteexposition – Sport, Hitze- und Kältetherapien (z. B. Sauna, Eisbäder) aktivieren Autophagie-Prozesse.
  • Autophagie-unterstützende Nährstoffe – Spermidin (in Weizenkeimen), Resveratrol, Grüntee-Extrakt und Kurkuma fördern zelluläre Reinigung.
  • Schlaf & Stressmanagement – Guter Schlaf und Stressabbau durch Meditation oder Yoga steigern die Autophagie-Effizienz.

 

Fazit: Zelluläre Selbstreinigung für gesundes Altern nutzen

Die Autophagie ist einer der wichtigsten Prozesse zur Verlangsamung des Alterns. Indem wir Fasten, Bewegung und bestimmte Nährstoffe gezielt einsetzen, können wir unsere zelluläre Müllabfuhr wieder aktivieren und damit die Zellgesundheit verbessern.

 

Mein Rat:

Auch mit bestehenden Alterserkrankungen können Sie Ihre Gesundheit aktiv unterstützen. Ich begleite Sie gerne auf diesem Weg!

 

Im nächsten Beitrag geht es um chronische Entzündungen – und wie diese das Altern beschleunigen.