Fette haben lange einen schlechten Ruf gehabt. Sie galten als Dickmacher oder als Risiko für Herz und Gefäße. Diese Sichtweise greift jedoch zu kurz. Biologisch betrachtet erfüllen Fette sehr unterschiedliche Aufgaben, je nachdem, um welche Art von Fett es sich handelt.
Eine grundlegende Unterscheidung ist dabei zentral: gesättigte und ungesättigte Fettsäuren.
Gesättigte Fettsäuren bilden Energiereserven
Gesättigte Fettsäuren dienen dem Körper in erster Linie als Energiequelle und Energiespeicher. Sie sind stabil, gut verfügbar und für bestimmte Funktionen sinnvoll, allerdings in begrenzter Menge.
Typische Quellen gesättigter Fettsäuren sind:
- fettes Fleisch und Wurstwaren
- Butter, Sahne, Käse
- industriell verarbeitete Lebensmittel
- Back- und Fertigprodukte
In der westlichen Ernährung werden gesättigte Fettsäuren meist reichlich aufgenommen, oft mehr, als für die eigentliche Funktion notwendig wäre. Hier darf also durchaus gespart werden, ohne dass dem Körper etwas fehlt.
Ungesättigte Fettsäuren sind Bausteine der Regulation
Ungesättigte Fettsäuren erfüllen eine ganz andere Rolle. Sie sind:
- Bausteine von Zellmembranen
- Voraussetzung für flexible, reaktionsfähige Zellen
- Vorläufer von Hormonen und Botenstoffen, insbesondere von Entzündungs- und Immunregulatoren
Zu den ungesättigten Fettsäuren gehören sowohl einfach als auch mehrfach ungesättigte Fettsäuren, darunter die bekannten Omega-Fettsäuren.
Diese Fettsäuren sind für Regulation, Kommunikation und Anpassungsfähigkeit des Körpers entscheidend. Paradoxerweise nehmen wir davon in der täglichen Ernährung oft zu wenig oder im falschen Verhältnis auf.
Für eine funktionierende Stoffwechsel- und Entzündungsregulation sollten ungesättigte Fettsäuren daher bewusst und regelmäßig Bestandteil der Ernährung sein, in einem ausgewogenen Verhältnis. Wie dieses Verhältnis aussehen kann, wird im zweiten Beitrag genauer erläutert.
Fette sind also nicht „gut“ oder „schlecht“. Ihre Wirkung hängt davon ab, welche Fettsäuren überwiegen und wofür sie im Körper eingesetzt werden.
Wie sich unterschiedliche Fettsäuren auf den Fettstoffwechsel auswirken, zeigt sich besonders bei bestehenden Regulationsstörungen.