Frauenheilkunde ist mehr als Zyklus und Wechseljahre
Hormone steuern nicht nur Fruchtbarkeit, Fortpflanzung und den weiblichen Zyklus. Sie wirken im gesamten Organismus und beeinflussen unter anderem unser Energieniveau, den Stoffwechsel und das Körpergewicht, Schlaf und Regeneration, Stimmung und emotionales Wohlbefinden sowie Knochen, Muskulatur und viele weitere körperliche Funktionen.
Frauenheilkunde ist deshalb sehr viel weiter gefasst, als man zunächst vielleicht annimmt. Hormonelle Veränderungen können sich in ganz unterschiedlichen Lebensbereichen bemerkbar machen, vom Zyklus über die Wechseljahre bis hin zu der Frage, wie wir möglichst gesund, leistungsfähig und selbstständig älter werden.
Wie zeigt sich das im Alltag?
Mögliche Beschwerden und Situationen können sein:
- Der Zyklus ist unregelmäßig oder schwer vorhersehbar.
- Die Menstruation ist schmerzhaft oder besonders stark.
- Beschwerden wie PMS, Brustspannen, Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen treten vor der Menstruation auf.
- Energie, Belastbarkeit oder Stimmung verändern sich deutlich im Verlauf des Zyklus.
- Schlafprobleme treten zyklusabhängig oder in bestimmten Lebensphasen auf.
- Gewicht oder Fettverteilung verändern sich, obwohl sich Ernährung und Bewegung kaum verändert haben.
- Hitzewallungen oder nächtliches Schwitzen treten auf.
- Konzentration und geistige Klarheit lassen nach.
- Haut, Haare oder Schleimhäute verändern sich.
- Libido und sexuelles Wohlbefinden verändern sich.
- Sie fühlen sich in manchen Phasen weniger belastbar oder weniger ausgeglichen als früher.
- Sie haben das Gefühl, dass Ihr Körper plötzlich anders reagiert als gewohnt.
Was passiert biologisch?
Das weibliche Hormonsystem ist nicht statisch. Östradiol und Progesteron verändern sich im Laufe eines Frauenlebens, sowohl in ihrer Menge als auch in ihrem Zusammenspiel.
Diesen Verlauf kann man sich wie ein Hormonbarometer vorstellen: In den fruchtbaren Jahren schwanken beide Hormone im Rhythmus des Zyklus. Mit zunehmendem Alter verändern sich diese Muster allmählich.
Besonders auffällig sind dabei zwei Lebensphasen.
Die Jahre zwischen etwa 40 und 50
In dieser Zeit kann sich das hormonelle Zusammenspiel verändern, obwohl weiterhin regelmäßige oder weitgehend regelmäßige Zyklen bestehen.
Manche Frauen bemerken davon kaum etwas. Bei anderen treten erstmals Beschwerden auf, besonders in den Tagen vor und während der Menstruation. Dazu können PMS, stärkere oder schmerzhaftere Blutungen, Kopfschmerzen, Stimmungsschwankungen, Schlafprobleme oder eine veränderte Belastbarkeit gehören.
Diese Phase ist deshalb nicht eine Vorstufe der Wechseljahre, sondern eine eigene hormonelle Lebensphase, in der sich das Zusammenspiel von Progesteron und Östradiol verändern kann.
Die Wechseljahre
Mit den Wechseljahren verändert sich die Hormonproduktion erneut deutlich. Die Menstruation wird unregelmäßiger und bleibt schließlich aus, ein Aspekt, den viele Frauen durchaus als angenehm empfinden können.
Die hormonellen Veränderungen betreffen jedoch weit mehr als den Zyklus. Östradiol und Progesteron wirken an vielen Stellen im Körper. Wenn ihre Spiegel sinken, kann sich das unter anderem auf Schlaf, Temperaturregulation, Stoffwechsel, Fettverteilung, Muskulatur, Knochen, Haut, Schleimhäute und Wohlbefinden auswirken.
Die Wechseljahre sind deshalb nicht nur das Ende der fruchtbaren Lebensphase. Sie markieren auch einen Übergang in eine neue Lebensphase, in der Gesundheit und Leistungsfähigkeit zunehmend davon abhängen, wie gut der Körper mit diesen veränderten hormonellen Bedingungen zurechtkommt.
Und was hat das mit Longevity zu tun?
Longevity bedeutet nicht, möglichst lange jung zu bleiben.
Es geht darum, Gesundheit, körperliche und geistige Leistungsfähigkeit, Beweglichkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten.
Gerade nach den Wechseljahren gewinnen dabei Themen wie Muskelmasse, Knochenstabilität, Stoffwechselgesundheit, Schlaf, Bewegung und ausreichende Versorgung mit wichtigen Nährstoffen zunehmend an Bedeutung.
Frauenheilkunde endet deshalb nicht mit der letzten Menstruation. Sie begleitet Frauen auch bei der Frage, wie sie unter veränderten hormonellen Bedingungen möglichst gesund älter werden können.
Was soll wieder möglich werden?
Vielleicht wünschen Sie sich,
- Ihren Zyklus besser zu verstehen,
- weniger Beschwerden rund um die Menstruation zu haben,
- nicht mehr regelmäßig durch PMS, Schmerzen oder starke Blutungen eingeschränkt zu sein,
- wieder besser zu schlafen,
- Hitzewallungen und andere Veränderungen besser in den Griff zu bekommen,
- sich wieder belastbarer und ausgeglichener zu fühlen,
- Veränderungen von Gewicht und Stoffwechsel besser zu verstehen,
- sich im eigenen Körper wieder wohler zu fühlen,
- Ihre Muskulatur und Knochen möglichst lange gesund zu erhalten,
- körperlich und geistig leistungsfähig zu bleiben und
- auch mit zunehmendem Alter ein selbstständiges und aktives Leben führen zu können.
Es geht nicht darum, hormonelle Veränderungen aufzuhalten. Sie gehören zum Leben.
Es geht darum, sie zu verstehen, Beschwerden zu reduzieren und Gesundheit und Lebensqualität in jeder Lebensphase bestmöglich zu unterstützen.
Möchten Sie klären, ob Ihr Anliegen zu meiner Praxis passt?
In einem kostenfreien Orientierungsgespräch können wir gemeinsam besprechen, ob eine Begleitung für Sie sinnvoll ist. Den Link zur Terminvereinbarung finden Sie am Ende dieser Seite.